Freitag, 16.09.2005

Von Kappen, Reissverschlüssen und Hintern

Der Herbst ist da, daran lässt sich nicht mehr rütteln. Nicht nur, dass es abends immer früher dunkel wird. Nein, jetzt regnet es auch noch jeden zweiten Tag. So auch gestern. Eigentlich war doch meine Radeinheit auf dem Deich angesagt. Bei dem Wetter war da jedoch nicht dran zu denken. Kurzentschlossen sind Freund Thomas und ich dann in die Laufschuhe gesprungen. Und wenn ich ganz ehrlich bin, hätte Thomas nicht auf die Einheit bestanden, ich hätte mich mit Erdnüssen oder Schokolade aufs Sofa gepflanzt.



Von Pfütze zu Pfütze: Viel Regen, wenige Jogger an der Alster

Wir sind dann also los. Plitsch-platsch von einer Pfütze in die nächste. Und was als Nieselregen begann, entwickelte sich nach einer viertel Stunde zu einem ausgewachsenen Plädderregen (plädder = viel und sehr nass). Hätten wir die Chlorbrillen mitgenommen, wir hätten uns gleich zwei Einheiten ins Trainingsbuch notieren können: Schwimm- und Lauftraining.

Unser Jogg bot im Folgenden zwei Materialdiskussionen:
1. Läuft man besser mit Kappe oder ohne. Nun, ich gehe da sehr pragmatisch ran. Ich laufe mit Kappe wenn es heiß ist, wie auf Hawaii, damit mir nicht ständig der Schweiß in die Augen läuft. Außerdem laufe ich mit Kappe oder Mütze, wenn es kalt ist. Denn über den Kopf verliert der Körper ein Höchstmaß an Wärme (-energie). (Deshalb schwimme ich auch gerne mit zwei Badekappen im Freiwasser.) Und ich laufe mit Kappe, wenn es regnet. Erstens aufgrund des oben angesprochenen Temperaturverlustes und zweitens, weil ich so völlig entspannt sehen kann und nicht ständig die Augen zusammenkneifen muss.



Nass und Spaß sind nicht diametral: Thomas (r.) als lustiger Begleiter

Thomas sieht das ganz anders. Er fühlt sich von einer Kopfbedeckung gestört. Das er im Gegenzug aber nur noch blinzeln kann und sich fast ständig auf die Nase legt, weil er nicht mal einen entgegenkommenden Drei-Zentner-Mann registriert, nein, das stört ihn nicht. Von den zu erwartenden Falten auf der Stirn, die sich bei ständig verkrampftem Gesicht irgendwann in seine Haut fräsen werden, möchte ich hier nicht sprechen. (Gut, es kann sein ich übertreibe, aber etwas Wahres ist dran.)

2. Lauf-Tights (= Hosen) mit Reisverschlüssen an der hinteren Wadenseite. Wer in aller Welt benötigt die Dinger. An meiner neuen Hose sind sie dran. Und davon abgesehen, dass die Klamotte ansonsten wirklich toll ist, habe ich mir gestern an beiden Beinen links und rechts der Achillessehne kleine Löcher in die Haut gelaufen. Merke: Ein Reisverschluss ist nicht nur unflexibel, er wird auch von Nähten gehalten. Scheuerstellen sind vorprogrammiert. Gut, gut, ich werde in Zukunft höhere Socken tragen, und somit sollte sich dieses Problem lösen lassen. Trotzdem frage ich mich wer die Reisverschlüsse dort hinten braucht. Aber wer weiß, vielleicht gibt es ja bald in Tights auch noch einen Eingriff zum schnelleren Geschäfte-im-Gebüsch-Machen.



Hamburg unter Regenwolken

Jutchen, wir sind also eine Stunde durch den Regen gestapft. Und dabei machte sich wieder mein derzeitiges Problem bemerkbar. Irgendwie, keine Ahnung wie es passiert ist (vielleicht bei dem schnellen Sprinttriathlon in Hückeswagen vor drei Wochen), habe ich mir einen Muskel in der rechten Pobacke gezerrt. Hört sich lustig an, macht mir aber wirklich Schwierigkeiten. Das tut mitunter so weh, dass ich nicht mehr auf meinem Bürostuhl sitzen, oder aber schnell einen Berg hoch laufen kann.

Wahrscheinlich müsste ich pausieren. Dies jedoch fällt mir derzeit schwer, denn jetzt ist die heiße Vorbereitungsphase im Hinblick auf Hawaii. Sollte einer der Leser Arzt sein, und/oder einen Rat für mich bereit haben, kann er sich gerne bei mir melden.

Zerrung im Hintern – das glaubt mir doch keiner!

Herzlichst, mathias

P.S: Huch, es ist ja schon wieder Freitag. Das bedeutet, dass ich mich in drei Tagen wieder melde. Am Montag wird es bestimmt einiges zu berichten geben, weil doch Männi-ich-habe-immer-Lust-auf-Training und Kosta-ich-will-Training-und-Ausgehen mich besuchen kommen.

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