Dienstag, 13.09.2005

Triumph (des schlechten Gewissens)

War das ein Kampf heute Morgen. Junge, Junge. Wieder einmal hatte ich mir vorgenommen, zum Schwimmen zu gehen. Als jedoch der Wecker um 6.25 Uhr klingelte, war mir noch gar nicht nach Aufstehen. Wo ist noch gleich die Schlummer-Taste? Ah ja, da ist sie. Das nächste Mal klingelte das Gerät um 6:34 Uhr. Dann noch einmal um 6:43 und noch einmal um 6:52 Uhr. Dann jedoch siegte ich über die Anziehungskraft der Matraze. Hopp, hopp, aufgestanden rein in die Schuhe und ab ins Schwimmbad. Oh ja! Geschafft!!



Glücklich und zufrieden: Endlich wieder im Schwimmbecken gewesen

Im Wasser sah die Welt dann erst einmal nicht so rosig aus. Ich wollte mit Paddles (Handteller, die den Wasserwiederstand beim Armzug erhöhen, mehr Kraft erfordern und, falls die Kraft da ist, schneller schwimmen lassen) 1000 Meter schwimmen. Nach rund 150 Meter taten mir die Arme und Schultern jedoch so weh, dass ich hätte heulen können. Ob das nun an meinem Radsturz vom Sonntag oder an den Schwimmsprints mit Männi (ebenfalls am Sonntag) lag – ich konnte es nicht sagen. War ja auch egal. Es tat weh und machte keinen Spaß.



Einmal in der Halle, ist es ein großer Spaß ins Wasser zu springen

Trotzdem habe ich die 20 Bahnen in 16:40 Minuten runtergespult. So lala. Aber was will ich auch erwarten, wenn ich meist statt im Wasser, im Bett liege. Na ist doch wahr!
Zur Erholung bin ich dann 500 Meter (immer 25 Rücken und 25 Kraul) geschwommen. Und wieder die Ernüchterung: Beim Rückenschwimmen benötige ich viel mehr Beinschlag, und die Stelzen taten mir noch von den vorhergegangenen Trainingseinheiten weh. "Hilft alles nix, da musst Du jetzt durch", habe ich mir gedacht, und noch mal 400 Meter mit Paddles hinten drauf geschwommen. Anschließend noch mal 200 Meter lockeres Ausschwimmen und fertig war die erste Einheit des Tages mit 2100 Metern. Gut, dass ist nicht gerade Eisenmann-Niveau, aber ich muss mich in die Schwimmerei erst mal wieder reinbeissen. Und auch die Blessuren vom Radsturz müssen abklingen.



Montag Abend: Zwei Runden Alster – easy going

Außerdem bin ich gestern Abend zwei Runden um die Alster gelaufen. Auch vor dieser Einheit musste ich mit meinem inneren Schweinehund kämpfen. Bis ich endlich die Laufschuhe an den Füßen hatte, war es schon 19.30 Uhr. Die erste Runde fühlte sich dann auch noch dermaßen besch......eiden an, dass der Spaß tatsächlich irgendwo auf der Strecke blieb. Mit 35'56 Minuten war die Schleife jedoch besser als mein Gefühl, und irgendwo auf der zweiten Runde habe ich dann den Spaß wieder gefunden. Und das lief, und lief, und lief. Ich musste mich richtig bremsen, wollte ich doch nur locker laufen. 34'16 Minuten benötigte ich für die zweite Runde – wirklich sau gut, war ich doch echt easy unterwegs.

Kleine Anekdote am Rande: Auf den letzten 1500 Meter kam ein Jogger zu mir aufgelaufen, den ich vorher überholt hatte. Er meinte, bei meinen Beinen müsse ich doch schneller laufen können. Hm. "Naja", sagte ich, "die Frage ist natürlich, ob ich schneller laufen will. Ich bin auf den letzten Meter und möchte gerne locker auslaufen." Das hat mein Kurzzeitpartner verstanden (glaube ich). Zumindest nickte er. Zum Sprechen fehlte ihm der Atem. Er schaffte es gerade noch, mir zu erzählen, wöchentlich 130 Kilometer laufen zu wollen. Auf meine Frage, wofür er einen solch immensen Umfang bräuchte, meinte er, dass er die Alster in 32 Minuten laufen wolle.
Nun frage ich: Braucht es dafür 130 Kilometer Laufen in der Woche? Und braucht es dafür eine Trainingsrunde Vollgas? Oder wäre es vielleicht besser, erst mal locker anzulaufen, irgendwo Intervalle einzustreuen und später erneut locker auszulaufen? Wird man tatsächlich schneller, wenn man 100 Kilometer in der Woche volle Pulle läuft und seinem Körper keine Erholungspause gönnt?
Nun, mein Sportstudium liegt schon lange zurück. Ich zumindest komme mit 30 bis 50 Kilometer Laufen pro Woche aus, und kann auch eine 32 an der Alster hinbügeln. Mach ich aber nicht. Mein Ziel ist ein anderes. Hawaii ich komme!

Herzlichst, mathias

P.S.: Heute winkt der Deich. Mein (Zweit-)Rad steht schon im Büro. Mal sehen, ob ich mich auf der Kiste halten kann ;-)



Immer schön den Lenker ruhig und gerade halten!!

Kommentare und Trackbacks

Kochi und Petra kommentiert:

Wir haben uns immer gefragt, wie man mit so wenig Schwimmeinheiten überhaupt den großen Wettkampf angehen kann. Auf jeden Fall wollen wir Dir unseren großen Respekt aus dem fernen, sonnigen Spanien zusprechen. Wir versuchen nämlich gerade Höchstleistungen trotz Schlafentzug zu vollbringen. Du fehlst uns als verlässlicher Trainingspartner!
Kochi und Petra | 13.09.2005 - 18:34

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