Tschüss und Auf Wiedersehen

Montag, 24.10.2005

Das ist er nun, mein letzter Weblog-Eintrag auf dieser Seite. Die "Road to Kona", mein Weg nach Hawaii, hat eine Kurve um 180 Grad genommen und ich sitze wieder im Hamburger Uhlenhorster Weg. Hier endet, was vor zweieinhalb Monaten begann. Zweieinhalb Monate, in denen ich fast täglich über mein Training für die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii berichtet habe. Zweieinhalb Monate, in denen ich über Lust und Frust, Spaß und Leid, Motivation und Verzweiflung während der Vorbereitung geschrieben habe. Zweieinhalb Monate, die nicht nur mir Spaß und neue Erfahrungen gebracht haben, sondern hoffentlich auch dem einen oder anderen Leser.



Ein herzliches "Tschüss" an alle Weblog-Leser

Auf Wiedersehen bis Montag in der Heimat!

Mittwoch, 19.10.2005

Nochmals muß ich meinen Freund Kochi bitte, diesen Eintrag vorzunehmen. Ich befinde mich gerade auf Kauai und es gibt keinen Internetanschluß weit und breit. Wir werden diese letzten Tage noch in vollen Zügen genießen bevor wir uns auf den langen und beschwerlichen Weg nach Hause machen.

Wunden lecken

Dienstag, 18.10.2005

Wie hat mein mein Kollege Jens Richter vom Triathlon-Magazin einmal geschrieben - es braucht Wochen, bis ein Ironman-Rennen sowohl physisch als auch psychisch verarbeitet ist. Gut, so lange werde ich dieses Weblog nicht mehr schreiben, aber in den nächsten Tagen werden mich noch die einen oder anderen Gedanken treiben. Das Rennen ist nach wie vor, schwer für mich zu greifen, einzuschätzen. Offensichtlicher sind da schon die körperlichen Dinge. Unter dem rechten Fußballen habe ich eine Blase so groß wie der Krater des Mauna Loa.



Glücklich im Ziel. Zum dritten Mal auf Hawaii

Gut oder nicht gut?!

Montag, 17.10.2005

So viel steht fest: Das gestrige Rennen war das Schlimmste in meinem bisherigen Triathlon-Leben. Lange Zeit habe ich mich gefragt, was ich überhaupt auf dem Rad mache, und oft wollte ich mein schönes F10 in die Lavafelder schmeissen. Letztendlich jedoch habe ich das Ding beendet. Und trotz aller Enttäuschung über meine Leistung, bin ich doch glücklich die Ziellinie erreicht zu haben, und den (Kopf-) Kampf gegen meinen inneren Schweinehund gewonnen zu haben. Unterm Strich bleibt also: Ich habe zum dritten Mal den Ironman-Hawaii geschafft. Meine Zeit gestern: 10 Stunden, 23 Minuten.



Dreifacher Hawaii-Ironman glücklich im Ziel

Zerschlagen, zerschossen und doch glücklich im Ziel!

Sonntag, 16.10.2005

Diesen Eintrag schreibt mein Freund Christian für mich, weil ich nach hartem Kampf kaputt aber glücklich auf dem Bett liege. Meine erhöhte Temperatur (38 Grad) hat mir auf dem Rad heute jegliche Kraft genommen. Ich war so langsam wie noch nie und hätte das Rad am liebsten in die Lavafelder geworfen. Einzig das Interesse der vielen Webloggleser hat mich motiviert, das Rennen auf jeden Fall zu beenden, sei es auch als Letzter.

Alles ist ganz schweoööör

Samstag, 15.10.2005

Dies ist kein Spaß. Ich fühle mich so unendlich müde, dass konnte ich mir bisher selbst nicht vorstellen. Nicht nur die Beine, Oberschenkel und Waden, auch die Arme und sogar der Nacken sind total schwer - und der Kopf erst mal. Ich kenn mich ja schon ein wenig, aber dieses Mal ist es besonders schlimm. Es gibt allerdings kein zurück mehr, mein Rad ist eingecheckt und steht an dem Platz mit der Nummer 1307.



Der letzte Schliff beim Radputz

Kribbeln ohne Ende

Freitag, 14.10.2005

Gestern Abend mussten meine Freunde erstmalig ohne mich in die Stadt gehen - so schlapp fühlte ich mich. Einfach leer und ausgebrannt. Allerdings kenne ich das schon von mir, und so gebe ich mich diesen Gefühlen einfach hin. Für etwas Erheiterung sorgte da schon die Underwear-Parade heute Morgen, als Thomas und ich auf dem Weg zum Schwimmen waren. Rund zwei Hundert Sportler, nur mit (meist) weißer Unterwäsche bekleidet. Die stammt aus einer Zeit, als die Amerikaner damit ihr Unverständnis für unsere europäische Schwimmhosen-Kultur bekunden wollten.



Lustige Amis und auch Athleten beim Underwear-Run

Es wird ernst

Donnerstag, 13.10.2005

Jetzt gibt es keinen Weg mehr zurück. Ich habe mich heute als Teilnehmer registrieren lassen, und renne nun auch, wie viele andere hier in Kona, mit einem orangen Bändchen an meinem Handgelenk herum - unmissverständlich der Beginn der heißen Phase.



Das Bändchen zeigt: Es wird ernst!

Aller guten Dinge sind Drei

Mittwoch, 12.10.2005

Wir sind komplett. Gestern Abend ist mein Freund Thomas in Kona angekommen, worüber ich mich sehr, sehr freue - und ich glaube, er freut sich ebenso. Während wir hier bei Hannes im Camp am Computer sitzen, betrachtet er gerade seinen ersten Pazifik-Sonnenuntergang, und es scheint, als hätte die Natur es extra für ihn heute besonders gut gemacht. So klar wie in diesem Moment, geht der Lorenz selten hinter dem Horizont unter.



Mit Thomas beim Joggen auf dem Alii-Drive

Vom Winde verweht

Dienstag, 11.10.2005

Heute sind Lars und ich noch einmal die 90-Kilometer-Strecke von Hawi nach Kona geradelt. Dabei hat uns der Mumuku-Wind dermaßen (darf ich das hier schreiben?:) auf die Fresse gegeben, das er nicht nur uns mit den Rädern verweht hat, er hat auch unseren Schnitt verweht, Lars Kraft und letztlich mein Selbstvertrauen. Im Ernst, wir sind von Hawi runter an die Küste mit so viel Schräglage gefahren, dass wir Angst hatten, heil unten anzukommen. Leider konnten wir das nicht auf einem Foto dokumentieren - zu gefährlich!



Auf dem Weg von Hawi nach Kona