Montag, 29.08.2005
Wochenend und Sonnenschein...
...und mit dem Rad ins Land hinein, viel mehr brauch ich nicht zum glücklich sein, Wochenend und Sonnenschein. So, genug der Gassenhauer. Wer diesen Weblog aufmerksam verfolgt, der weiß, dass ich sehr viel mehr zum glücklich sein benötige als Radtraining. Im Hinblick auf Hawaii ist es jedoch nicht ganz unwichtig mal wieder ohne Angst, vom Regen weggespült zu werden, trainieren zu können. Wochenende – für mich waren das drei Tage und zwei Geschichten:

Gemütliche Ausfahrt auf dem Elbdeich jenseits von Wedel
Den Freitag muss ich an dieser Stelle – man kennt das von mir – als trainingsfrei verbuchen. Ich wollte gerade los, da begann es zu regnen und ich dachte mir, dass noch einiges in der Wohnung zu erledigen sei und auch der Einkauf irgendwann gemacht werden müsste. Und das war’s auch schon.
Samstag: Eine Tour mit Prominenz
Ich hatte es angekündigt. Am Samstag war ich zum Radtraining mit Jens Richter, Chefredakteur des Triathlon-Magazins, verabredet. Auf dem Weg nach Wedel (von mir aus rund 20 Kilometer) stellte ich erst einmal fest, dass es in Hamburg drei Tage pro Jahr gibt, an den die Elbchaussee zum Radparadies mutiert. Neben dem Tag der Cyclassics und dem, an dem der Triathlon ausgetragen wird, ist dies – man mag es kaum glauben – der Airbus-Familientag. Mehr als 150000 Besucher wurden mit Bussen über die für PKWs gesperrte Chaussee zum Fähranleger in Teufelsbrück gekarrt, damit sie gegen 15 Uhr den Überflug des größten Passagierflugzeugs der Welt bewundern konnten. Schöner Nebeneffekt: Für Radsportler war die Straße passierbar. Schön – paradiesisch ruhiges Radeln.

Start der Radrunde in Willkommenshöft mit Jens Richter (r.)
In Willkommenshöft, wo die in den Hamburger Hafen einlaufenden Schiffe aus aller Welt mit ihrer jeweiligen Nationalhymne begrüßt werden, wartete ich dann auf Jens. Bei seinem Erscheinen überraschte er mich auf zweierlei Art. Während ich in langer Bekleidung unterwegs war, kurbelte er in Kurz-Kurz auf mich zu. Darüber hinaus fuhr er, genau wie ich, ein Canyon-Rad (ein Testrad, welches er im Langstrecken-Spezial seines Magazins vorgestellt hatte). Allerdings hatte er das spezielle Triathlon-Rad aus Aluminium unterm Gesäß, während ich mit herkömmlichem (aber Karbon-) Rahmen unterwegs bin.

Zuschauer der anderen Art: Schaafe an der Radstrecke
Zumindest was die Bekleidung betraf, hatte Jens das bessere Händchen. In Wedel schien die Sonne und ich musste mich schnell eines Trikots entledigen. Wir fuhren dann ein locker-lustiges Ründchen über die Deichwege. Rechts und links der Strecke hockten hunderte Schaafe, die sich anscheinend nicht im geringsten von uns gestört fühlten. Uns wiederum störte es nicht, dass wir alle ein, zwei Kilometer die Viehgatter öffnen und schließen mussten – wir hatten gute Gesprächsthemen und ließen es locker angehen.
Trotz der ruhigen Ausfahrt (Schnitt: 27,5) kämpfte ich mit schweren Beinen. Ziemlich frustrierend – und ich hoffte, dass es noch mit der Erkältung zusammenhing, die mich letzte Woche beschäftigt hatte. Alles in allem hatten wir jedoch eine super Zeit und das Wetter ermöglichte mir (dem Schönwetter-Athleten) endlich mal wieder eine Ausfahrt von 4:17 Stunden.

Mein Rad-Computer zeigt zurückgelegte Trainingsstrecke, - zeit und meinen Puls eine Minute nach Absteigen vom Rad
Samstag: Stumm oder unhöflich?
Ich konnte es fast nicht glauben. Am Samstag Morgen schien erneut die Sonne. Vier Stunden wollte ich unter diesen Umständen trainieren, also bin ich erst mal in die Laufschuhe. Die folgenden 1:17 Stunden haben mir richtig Spaß gemacht. Die erste Hälfte sehr ruhig joggend und die Umgebung der Alster genießend, habe ich es in der letzten halben Stunde zügig laufen lassen. Von schweren Beinen nix zu merken. Trotzdem habe ich einem sofortigen Wechsel aufs Rad erst einmal ein gutes Frühstück und zwei Stunden auf dem Sofa vorgezogen.
Nach insgesamt drei Stunden Pause bin ich dann aufs Rad, um meine 76-Kilometer-Deichrunde locker abzuspulen. So ganz locker ist die Runde jedoch nicht geworden.
Während ich ganz ruhig vor mich hin pullerte, schob sich ganz langsam ein Radsportler an mir vorbei – ohne Gruß. Ich muss an dieser Stelle ehrlich zugeben: Ich kann das nicht leiden!! Als er mich überholte, hatte ich zu ihm rübergeschaut, und das tat ich auch, als ich ihn nun wieder überholte – erneut kein Gruß. Nun, ab und zu, aber mit zunehmendem Alter seltener, sticheln mich solche Situationen an – so bin ich halt (bitte jetzt nicht den Artikel "Immer ruhig im Training" lesen). Und als mich der stumme Radler noch einmal ohne zu grüßen überholte, stand mein Entschluss fest: ich wollte die Sache irgendwie regeln.
Ich ging also erneut nach vorne und forcierte auf 40 Km/h (leichter Rückenwind). Er im Windschatten hinter mir – ohne Gruß. Ich beschleunigte weiter – erst auf 42, dann auf 44, und als eine kleine Welle vor uns auftauchte auf 45 Stundenkilometer. Schwupp, weg war er – ohne Gruß.
Fünf Minuten später, ich hatte wieder einige Gänge rausgenommen, war er wieder da, genau an meinem Hinterrad. Und was soll ich sagen – der Kerl sagte keinen Ton.
Ich weiß, die Leser denken jetzt vielleicht „Soll er den Typ doch ignorieren!“, aber hey, nicht immer im Leben hat man die Vernunft gepachtet und ich war nun mal auf Kampf gepolt. Ich habe dann alle dreißig Sekunden die Kette einen Zahnkranz tiefer rutschen lassen. Und bei 52 Km/h war er wieder weg – ohne Gruß.

Alles was geht. Volle Pulle auf dem Deich
Er ist dann auch nicht wieder aufgetaucht. Ob er abgebogen ist, oder einfach platt war – ich habe keine Ahnung. Sei’s drum. Ich bin einige Minuten später auf einen anderen Radfahrer aufgefahren. Wir grüßten höflich und trainierten eineinhalb Stunden zusammen. Er stellte sich als Sven vor und wir plauderten über alle möglichen Theman – auch über den Zeitgenossen, den ich auf dem Deich zurückgelassen hatte. Sven zumindest konnte mich sehr gut verstehen.
Ich habe keine Ahnung wie die Leser dieses Weblogs das sehen. Ich möchte hier jedoch appellieren. Leute, grüßt! Erstens ist es einfach höflich, zweitens gewinnt Ihr vielleicht neue Trainingspartner. Auf jeden Fall aber, gestaltet sich das Training interessanter wenn man andere Sportler kennenlernt.
Höflichst, mathias
P.S: Meine 34. Woche:
Montag: 16 KM Laufen, 1:20 Std.
Dienstag: 14 KM Laufen, 1:10 Std.
Mittwoch: 77 KM Rad, 2:26 Std, (30 Km schnell)
Donnerstag: 25 KM Laufen, 2:01 Std.
Freitag: Ja...gut...
Samstag: 118 KM Rad, 4:17 Std., 27,5er Schnitt
Sonntag: 16 KM Laufen, 1:17 Std. + 76 KM Rad, 2:30 Std, 30,5er Schnitt
=> 15 Stunden
Gemütliche Ausfahrt auf dem Elbdeich jenseits von Wedel
Den Freitag muss ich an dieser Stelle – man kennt das von mir – als trainingsfrei verbuchen. Ich wollte gerade los, da begann es zu regnen und ich dachte mir, dass noch einiges in der Wohnung zu erledigen sei und auch der Einkauf irgendwann gemacht werden müsste. Und das war’s auch schon.
Samstag: Eine Tour mit Prominenz
Ich hatte es angekündigt. Am Samstag war ich zum Radtraining mit Jens Richter, Chefredakteur des Triathlon-Magazins, verabredet. Auf dem Weg nach Wedel (von mir aus rund 20 Kilometer) stellte ich erst einmal fest, dass es in Hamburg drei Tage pro Jahr gibt, an den die Elbchaussee zum Radparadies mutiert. Neben dem Tag der Cyclassics und dem, an dem der Triathlon ausgetragen wird, ist dies – man mag es kaum glauben – der Airbus-Familientag. Mehr als 150000 Besucher wurden mit Bussen über die für PKWs gesperrte Chaussee zum Fähranleger in Teufelsbrück gekarrt, damit sie gegen 15 Uhr den Überflug des größten Passagierflugzeugs der Welt bewundern konnten. Schöner Nebeneffekt: Für Radsportler war die Straße passierbar. Schön – paradiesisch ruhiges Radeln.
Start der Radrunde in Willkommenshöft mit Jens Richter (r.)
In Willkommenshöft, wo die in den Hamburger Hafen einlaufenden Schiffe aus aller Welt mit ihrer jeweiligen Nationalhymne begrüßt werden, wartete ich dann auf Jens. Bei seinem Erscheinen überraschte er mich auf zweierlei Art. Während ich in langer Bekleidung unterwegs war, kurbelte er in Kurz-Kurz auf mich zu. Darüber hinaus fuhr er, genau wie ich, ein Canyon-Rad (ein Testrad, welches er im Langstrecken-Spezial seines Magazins vorgestellt hatte). Allerdings hatte er das spezielle Triathlon-Rad aus Aluminium unterm Gesäß, während ich mit herkömmlichem (aber Karbon-) Rahmen unterwegs bin.
Zuschauer der anderen Art: Schaafe an der Radstrecke
Zumindest was die Bekleidung betraf, hatte Jens das bessere Händchen. In Wedel schien die Sonne und ich musste mich schnell eines Trikots entledigen. Wir fuhren dann ein locker-lustiges Ründchen über die Deichwege. Rechts und links der Strecke hockten hunderte Schaafe, die sich anscheinend nicht im geringsten von uns gestört fühlten. Uns wiederum störte es nicht, dass wir alle ein, zwei Kilometer die Viehgatter öffnen und schließen mussten – wir hatten gute Gesprächsthemen und ließen es locker angehen.
Trotz der ruhigen Ausfahrt (Schnitt: 27,5) kämpfte ich mit schweren Beinen. Ziemlich frustrierend – und ich hoffte, dass es noch mit der Erkältung zusammenhing, die mich letzte Woche beschäftigt hatte. Alles in allem hatten wir jedoch eine super Zeit und das Wetter ermöglichte mir (dem Schönwetter-Athleten) endlich mal wieder eine Ausfahrt von 4:17 Stunden.
Mein Rad-Computer zeigt zurückgelegte Trainingsstrecke, - zeit und meinen Puls eine Minute nach Absteigen vom Rad
Samstag: Stumm oder unhöflich?
Ich konnte es fast nicht glauben. Am Samstag Morgen schien erneut die Sonne. Vier Stunden wollte ich unter diesen Umständen trainieren, also bin ich erst mal in die Laufschuhe. Die folgenden 1:17 Stunden haben mir richtig Spaß gemacht. Die erste Hälfte sehr ruhig joggend und die Umgebung der Alster genießend, habe ich es in der letzten halben Stunde zügig laufen lassen. Von schweren Beinen nix zu merken. Trotzdem habe ich einem sofortigen Wechsel aufs Rad erst einmal ein gutes Frühstück und zwei Stunden auf dem Sofa vorgezogen.
Nach insgesamt drei Stunden Pause bin ich dann aufs Rad, um meine 76-Kilometer-Deichrunde locker abzuspulen. So ganz locker ist die Runde jedoch nicht geworden.
Während ich ganz ruhig vor mich hin pullerte, schob sich ganz langsam ein Radsportler an mir vorbei – ohne Gruß. Ich muss an dieser Stelle ehrlich zugeben: Ich kann das nicht leiden!! Als er mich überholte, hatte ich zu ihm rübergeschaut, und das tat ich auch, als ich ihn nun wieder überholte – erneut kein Gruß. Nun, ab und zu, aber mit zunehmendem Alter seltener, sticheln mich solche Situationen an – so bin ich halt (bitte jetzt nicht den Artikel "Immer ruhig im Training" lesen). Und als mich der stumme Radler noch einmal ohne zu grüßen überholte, stand mein Entschluss fest: ich wollte die Sache irgendwie regeln.
Ich ging also erneut nach vorne und forcierte auf 40 Km/h (leichter Rückenwind). Er im Windschatten hinter mir – ohne Gruß. Ich beschleunigte weiter – erst auf 42, dann auf 44, und als eine kleine Welle vor uns auftauchte auf 45 Stundenkilometer. Schwupp, weg war er – ohne Gruß.
Fünf Minuten später, ich hatte wieder einige Gänge rausgenommen, war er wieder da, genau an meinem Hinterrad. Und was soll ich sagen – der Kerl sagte keinen Ton.
Ich weiß, die Leser denken jetzt vielleicht „Soll er den Typ doch ignorieren!“, aber hey, nicht immer im Leben hat man die Vernunft gepachtet und ich war nun mal auf Kampf gepolt. Ich habe dann alle dreißig Sekunden die Kette einen Zahnkranz tiefer rutschen lassen. Und bei 52 Km/h war er wieder weg – ohne Gruß.

Alles was geht. Volle Pulle auf dem Deich
Er ist dann auch nicht wieder aufgetaucht. Ob er abgebogen ist, oder einfach platt war – ich habe keine Ahnung. Sei’s drum. Ich bin einige Minuten später auf einen anderen Radfahrer aufgefahren. Wir grüßten höflich und trainierten eineinhalb Stunden zusammen. Er stellte sich als Sven vor und wir plauderten über alle möglichen Theman – auch über den Zeitgenossen, den ich auf dem Deich zurückgelassen hatte. Sven zumindest konnte mich sehr gut verstehen.
Ich habe keine Ahnung wie die Leser dieses Weblogs das sehen. Ich möchte hier jedoch appellieren. Leute, grüßt! Erstens ist es einfach höflich, zweitens gewinnt Ihr vielleicht neue Trainingspartner. Auf jeden Fall aber, gestaltet sich das Training interessanter wenn man andere Sportler kennenlernt.
Höflichst, mathias
P.S: Meine 34. Woche:
Montag: 16 KM Laufen, 1:20 Std.
Dienstag: 14 KM Laufen, 1:10 Std.
Mittwoch: 77 KM Rad, 2:26 Std, (30 Km schnell)
Donnerstag: 25 KM Laufen, 2:01 Std.
Freitag: Ja...gut...
Samstag: 118 KM Rad, 4:17 Std., 27,5er Schnitt
Sonntag: 16 KM Laufen, 1:17 Std. + 76 KM Rad, 2:30 Std, 30,5er Schnitt
=> 15 Stunden
Kommentare und Trackbacks
Sven kommentiert:
Hallo Mathias,
habe Gestern noch vor dem Sprung in die Badewanne
(mein Schwimmtraining)in dein Weblog geschaut. Werde es nun auch weiterhin verfolgen und vielleicht können wir ja mal wieder eine Runde
zusammen drehen.
Meine Email hast Du jetzt und wenn es allein mal wieder zu langweilig ist einfach melden.
Gruß Sven
habe Gestern noch vor dem Sprung in die Badewanne
(mein Schwimmtraining)in dein Weblog geschaut. Werde es nun auch weiterhin verfolgen und vielleicht können wir ja mal wieder eine Runde
zusammen drehen.
Meine Email hast Du jetzt und wenn es allein mal wieder zu langweilig ist einfach melden.
Gruß Sven
Sven | 29.08.2005 - 15:54
Frank W. kommentiert:
Hi Mathais,
dass mit dem Nichtgrüßen hasse ich auch. Ich bin Wahlkölner aus voller Überzeugung und liebe die rheinische Art. Egal wo, ob in der Bahn, beim Bäcker ..., sogar auf dem Männerklo kommst du mit Hinz und Kunz ins Gespräch. Echt super! Aber beim Joggen, da musst du die Jungs fast anbrüllen, damit sie zurückgrüßen. Wahrscheinlich bin ich so pfeilschnell, dass sie mich gar nicht wahrnehmen(-;
In Hückeswagen, unserer alten Heimat, ist mir das nie passiert.
Gruß Frank
dass mit dem Nichtgrüßen hasse ich auch. Ich bin Wahlkölner aus voller Überzeugung und liebe die rheinische Art. Egal wo, ob in der Bahn, beim Bäcker ..., sogar auf dem Männerklo kommst du mit Hinz und Kunz ins Gespräch. Echt super! Aber beim Joggen, da musst du die Jungs fast anbrüllen, damit sie zurückgrüßen. Wahrscheinlich bin ich so pfeilschnell, dass sie mich gar nicht wahrnehmen(-;
In Hückeswagen, unserer alten Heimat, ist mir das nie passiert.
Gruß Frank
Frank W. | 29.08.2005 - 22:28
Mathias kommentiert:
Hallo Frank,
tja, ich weiß auch nicht, wobei das beim Joggen an der Alster auch zu viele wären, die man grüßen müsste. Da bekommt dann eher ein Schleudertrauma als schnellere Beine. Aber ansonsten...
Und Deine Theorie, von wegen Du seist vielleicht zu schnell – na, das kann ich mir schon vorstellen. Ich zumindest erwarte Dich nächste Saison mit einem riesen Comeback!! Gruß, mathias
tja, ich weiß auch nicht, wobei das beim Joggen an der Alster auch zu viele wären, die man grüßen müsste. Da bekommt dann eher ein Schleudertrauma als schnellere Beine. Aber ansonsten...
Und Deine Theorie, von wegen Du seist vielleicht zu schnell – na, das kann ich mir schon vorstellen. Ich zumindest erwarte Dich nächste Saison mit einem riesen Comeback!! Gruß, mathias
Mathias | 30.08.2005 - 08:56
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