Mittwoch, 17.08.2005

Motivations-Kanone

Gestern war es endlich so weit. Nach 10 Tagen Regen waren sich alle Wettervorhersagen einig, es würde am Dienstag keinen Niederschlag geben. Ich konnte sie also angehen – die erste Trainingsrunde mit meinem neuen Canyon-F10-Karbon-Rad. Voller Stolz trug ich das 7-Kilo-Gerät auf die Straße, bereit den Deich zu erobern. Da war sie nun, meine Motivations-Kanone.



Mein Freund Michael, Nationaltrainer der dänischen Triathlon-Teams, hatte sich das gleiche Rad vor einem Monat gekauft und mir euphorisch von dem super steifen und super schnellen Rahmen vorgeschwärmt. Vor zehn Tagen dann spulte er bei einem dänischen Langstrecken-Triathlon die 180 Kilometer mit diesem Gerät in – Achtung! – 4:38 ab. Verheißungsvoll.

Allerdings musste ich nach einigen Metern auf dem Deich feststellen, dass der Athlet, in diesem Fall ich, immer noch selbst kräftig zutreten muss, um sein Rennrad ordentlich auf Touren zu bringen. Und ganz augenscheinlich werde ich wohl etwas mehr Zeit für die 180 Kilometer auf Hawaii benötigen, als Michael letztens in Dänemark benötigte. Etwas viel mehr.

Die Trainingseinheit war trotz dieser Erkenntnis ein riesiger Spaß, ging meine 78er-Standard-Runde doch gefühlt schneller vorbei als bisher. Zuerst einmal war ich damit beschäftigt, mir zu überlegen, ob ich das Canyon, welches das vierte Rennrad meiner bescheidenen Triathlonkarriere ist, in alter Tradition durchnummeriere und somit „Matse IV“ nennen sollte. Dies beschied ich mir gegenüber als negativ. Ich werde es wohl einfach F10 nennen, wie sein Hersteller es auch tat. Das hört sich doch sehr schnittig an.

Darüber hinaus überlegte ich bei jeder Pedalumdrehung ob ich eine gute Position auf dem Rad habe, die es mir erlaubt den größtmöglichen Druck auszuüben. Nun, auch diese Beurteilung fiel erst einmal negativ aus, was aber völlig normal ist. Von nun an wird es wohl einige Trainingsrunden dauern bis ich nach vielem „hier den Vorbau einen Zentimeter runter“, „den Sattel zwei nach vorne“ und „die Sattelstütze einen halben hoch“ wieder optimal sitze.

Immerhin, nach zwei Stunden fühlte ich mich auch mit der derzeitigen Abstimmung recht wohl und fegte, durch das irre leicht zu bewegende F10 motiviert, mit 33 Sachen durch die Vierlande. Das war wirklich super.
Am Samstag werde ich das Rad dann beim Sprint-Triathlon in Hückeswagen (Anmeldungen unter: www.atv-hueckeswagen.de) einem ersten Härtetest unterziehen. Für Daumendrücken wäre ich sehr dankbar.



An dieser Stelle würde ich gerne meinem Bekannten Klaus Andrews danken. Klaus, professioneller Fotograf in Hamburg und selbst begeisterter Radsportler, hat am vorvergangenen Wochenende einige Stunden seiner kostbaren Freizeit während einer kurzen Regenpause geopfert, um die Bilder von mir zu schießen, die Ihr seit letzter Woche hier sehen könnt. Wer einmal ähnliche Fotos von sich haben möchte: www.klausandrews.com.

So, über die ganze Radeuphorie habe ich ganz vergessen zu erwähnen, dass ich gestern Morgen jedoch eine meiner üblen Motivations-Schlappen kassierte. Einer weiteren, wie ich fand sehr notwendigen Stunde Schlaf von 7 bis 8 Uhr, opferte ich das Schwimmtraining. Tja, was kann ich dagegen machen? Eine weitere Motivations-Kanone müsste her. Aber ob eine neue Badehose reicht?

Herzlichst, mathias

Kommentare und Trackbacks

franky kommentiert:

Solltest Du Schwimmmotivation brauchen können wir ja mal ein paar Bahnen zusammen ziehen. Alte Erinnerungen lassen grüßen! Freu Dich auf Hawaii, Salzwasser trägt oben!!
franky | 17.08.2005 - 11:11

Mathias kommentiert:

Hallo Franky, jaja, Salzwasser trägt, aber dafür ist kein Neo im Spiel. Und wenn das alles so leicht ist, warum bin ich dann 1998 mit Wadenkrämpfen aus dem Wasser gekommen? Zu wenig trainiert? Gruß, mathias
Mathias | 17.08.2005 - 13:57

Peter B kommentiert:

Neues Rad ??? Die Beine müßen gut sein siehe Jan U. heute.
Was machen den die Lauf km..... ??
Peter B | 18.08.2005 - 16:22

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