Mittwoch, 24.08.2005

Mitbewohner gesucht

Ich bin es leid. Es geht so einfach nicht mehr weiter. Gestern (Dienstag) und auch heute Morgen habe ich mal wieder das Schwimmtraining verschlafen. Aus diesem Grund suche ich mir nun einen Mitbewohner. Gesucht wird jemand mit militärischem Ausbildungshintergrund, bevorzugt aus einem diktatorisch regierten Land, der morgens um 6.30 Uhr mit der Trillerpfeife neben meinem Bett auftaucht und mich so brutal es irgend geht aus demselbigen raus haut. Auf das ich endlich zum Schwimmen gehe.



1998 auf Hawaii kroch ich nach 1:09 Stunde aus dem Wasser

Es ist doch wahr. So wie mein Training jetzt läuft werde ich auf Hawaii, wo das Schwimmen ohne Neoprenanzug ausgetragen wird und somit für miese Schwimmer wie mich deutlich schwerer ist, wieder mal mit einer Zeit von 1:09 Stunden aus dem Wasser kriechen – wohlmöglich noch geplagt von Wadenkrämpfen, weil ich ohne Neo kräftig mit den Beinen paddeln muss.

Immer wieder ärgere ich mich über die eigentlich so leichtfertig verschenkten Minuten. Denn wer über den Winter oder im Laufe der Saison an seiner Technik feilt, kommt letztlich fünf oder gar zehn Minuten eher aus dem Wasser, ohne dafür im Wettkampf wichtige Energie investiert zu haben. Ich hingegen muss gegenüber den Leuten meiner Leistungsklasse immer jene zehn Minuten auf dem Rad oder beim Laufen unter Aufopferung meiner letzten Körner aufholen. In Zürich zum Beispiel hätten schon zehn Minuten gereicht, und ich wäre in meiner Altersklasse unter den Top Ten gewesen. Noch mal ein paar Minütchen weniger und man steht auf dem Siegerpodest. So sieht es aus.

Aber nein, all diese von mir selbst vorgebrachten Argumente fruchten nicht. Nicht bei mir. Also liebe Leute, wer möchte die Aufgabe übernehmen, und mich im Schwimmen fit machen?! In sechs Wochen lässt sich vielleicht noch was retten!??



Alsterjogg bei Schmuddelwetter

Dafür läuft es derzeit recht gut – im wahrsten Sinne des Wortes. Nachdem ich am Sonntag im Bergischen Land, einen Tag nach dem Sprinttriathlon, noch eine 70er Runde geradelt bin, habe ich gestern direkt eine Laufeinheit (1:20 Stunde locker) angehängt. Gestern wäre dann folglich Radfahren dran gewesen (Schnell auf dem Deich). Aber der Regen in Hamburg hat mich abgehalten. Dafür bin ich mit Norman zwei Runden um die Alster gejoggt.

Und das lief wirklich sensationell. Schon die erste Runde war mit 34,38 Minuten eine meiner Schnellsten des Jahres. Normalerweise lass ich es hier mit 37er Runden (und auch langsamer) eher ruhig angehen. Aber, und das war ja das Schöne, es lief eben auch total ruhig und easy.
Trotzdem wollten wir die zweite Runde deutlich reduzierter laufen. Aber so ist das, wenn man mal Laufpartner hat, plötzlich zeigte meine Uhr eine 33,20 an.



So schnell bin ich schon lange nicht mehr um die Alster gelaufen

Und das macht mich doch nun wirklich zufrieden und vor allem auch zuversichtlich für die Zukunft, habe ich doch in diesem Jahr bisher nicht wirklich intensiv am Laufen gearbeitet. Wer weiß, vielleicht gelingt mir ja auch auf Hawaii mal ein richtig guter Marathon. Es müssen ja nicht gleich die 3:24 Stunden wie in Zürich sein. 3:30 Stunden wäre doch auch schön. Oje, bloß nicht laut aussprechen – dann wird das doch nichts. Schnell wieder vergessen.

Und vor allem – was nützt der schnellste Marathon, wenn ich auf der Hawaii-Schwimmstrecke in der Treibholz-Klasse starte?!
Ich rufe also gleich mal bei der Zeitung an: „Mitbewohner gesucht!“

Herzlichst, mathias

Kommentare und Trackbacks

Jens kommentiert:

Siehst auf dem Foto aus wie der junge Dave Scott, nur später. In jeder Beziehung!

Also - reiß Dich zusammen. Stell Dir vor, wie peinlich es wäre, in den Tagen vor'm Rennen in Kona aus dem Wasserschatten eines untrainierten Berichterstatters zu platzen ...
Jens | 24.08.2005 - 11:01

Mathias kommentiert:

Mensch Jens, ich wenn ich aus Deinem Wasserschatten platzen würde, dann käme ich ja trotzdem mit ner 55 an Land – dann wäre das Rennen ja schon so gut wie super gelaufen. Gruß, mathias
Mathias | 24.08.2005 - 13:58

Frank W. kommentiert:

Hi Mathes, hätte direkt zwei Mitbewohner im Angebot. Paul und Johann, meine Kurzen. Sehr zuverlässige Wecker, auch ohne Trillerpfeiffe. Sind übrigens beides Wasserratten. Passt doch, oder?
Frank W. | 24.08.2005 - 21:35

Stephan F. kommentiert:

Hi Mathias,
tja, leider dauert das noch bis Anfang November mit dem neuen Mitbewohner und somit wird's wohl nichts mit der Traininggsunterstützung für Dein Rennen. Ich könnte wohl auch nur zum Ausbau der Grundlagenausdauer unterstützen, aber ich freue mich schon auf den einen oder anderen Lauf um die Alster. Gruss Stephan
Stephan F. | 25.08.2005 - 00:30

Mathias kommentiert:

Frank W., ja nö klar, die Beiden wären wohl super! Schön auch, dass Du das völlig selbstlos vermitteln würdest. Nicht, dass Du dann plötzlich viel mehr Zeit zum Training hättest. ;-) Schöne Grüße, mathias
Mathias | 25.08.2005 - 09:54

Dirk kommentiert:

Hallo Mattes,

6.30 Uhr, soooooooooooooo spät möchte ich auch mal aufstehen.
Dirk | 25.08.2005 - 11:56

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