Freitag, 02.09.2005

Dicke Beine

Das war dann wohl nur suboptimal. Heute Abend werde ich im Zentrum für Leistungsdiagnostik (ZeLD, www.zeld.de) an der Sporthochschule in Köln einen Laktatstufentest bestreiten. Und es soll Leute geben – und so wird es von Fachmännern auch empfohlen – die sich darauf änlich vorbereiten, wie auf einen Wettkampf – also zwei Tage vorher kein oder nur leichtes Training. Ich jedoch habe heute Morgen richtig schwere Beine. Ob das nun am Training der letzten Tage liegt, oder an dem einen Bier zuviel von gestern Abend, das kann ich nicht genau sagen.



Das macht Spaß: Schönes Wetter und eine lockere Runde am Deich

Wollen wir die Sache einmal aufdröseln. Klar, der lange Lauf vom Mittwoch hängt einem, bzw. mir, immer ein oder zwei Tage in den Knochen. Und dann war ich gestern ja auf dem Deich. Gut, es ist doch wieder fast ein 30er Schnitt geworden, aber ich hatte wirklich versucht ruhig zu fahren.
Bis dieser Radfahrer kam, der sich, nachdem ich ihn überholt hatte, an mein Hinterrad genagelt hat. Für mich war das zuerst kein Problem, aber als er eine viertel Stunde später plötzlich vorbei flog, da haben sich meine Beine einfach verselbständigt.

Nein im Ernst, es ist nichts Dolles draus geworden, nach einer Minute hat er sich mein Werkzeugtäschchen wieder genauer angesehen und wir sind in Einigkeit bis zum Ende der Wettkampf-, äh tschuldigung, Deichstrecke gerollt. Da ist er dann einfach rechts abgebogen – natürlich ohne Tschüss zu sagen, oder sich für eine halbe Stunde Windschatten zu bedanken. Ich verurteile dies jedoch nicht. Vielleicht war die Musik auf seinen Ohrstöpseln einfach gerade besonders gut, und er musste sich darauf voll konzentrieren.

Ansonsten war das eine wirklich schöne Runde bei tollem Wetter. Na, wie gesagt, vielleicht einen Tick zu schnell, wie meine Beine heute meinen. Dies kann jedoch auch am gestrigen Abend liegen.
Mein Mitbewohner war nämlich auf einer ersten Stippvisite in Hamburg. Nein, nicht der aus meinem Eintrag "Mitbewohner gesucht". Der Echte, Stephan. Und Stephan wollte noch was machen gestern Abend. Tja, das haben wir dann auch – etwas gemacht. Hier ein Bier, dort noch eins, ein langes Getränk soll auch dabei gewesen sein – und vielleicht fühlen sich auch darum meine Beine nicht ganz frisch an.

Nun, heute Abend wird es sich ja zeigen. Wer in Köln über die Aachener Straße fährt, und am späten Abend im Institutsgebäude der Sporthochschule Lichter flackern sieht, der möchte sich bitte nicht wundern. Es sind dies wahrscheinlich die Sterne, die ich sehe, weil ich die Kurbel des Ergometers nicht mehr rum kriege.

Jens Richter vom Triathlon-Magazin hat mich in einer E-Mail übrigens prompt darauf hingewiesen, dass im Hinblick auf Hawaii doch gar nicht so wichtig sei, wie viel Watt ich letztlich schaffe, sondern vielmehr die Wattzahl interessant sei, die ich mit 3mmol Laktat schaffe, weil dies der Dauerleistung eines Ironman-Wettkampfes entspricht. Und natürlich hat er Recht. Aber so ein bisschen Maximal-Lust ist doch schließlich auch immer dabei, wenn man so einen Test macht. Ähnlich wie der Ortsschildsprint während einer lockeren Radausfahrt.

Wie auch immer. Am Montag wissen die Leser mehr. Und sollte ich vom Rad gekippt sein, dann wird an dieser Stelle Stephan Nüsser, Geschäftsführer im ZeLD, über meine Sauerstoffnot, meinen Kreislaufkollapps und meine dicken Beine berichten. Ich will jedoch hoffen, dass ich den Bericht aus der Folterkammer selbst verfassen kann. Wir werden sehen.
Ich wünsche allen Lesern ein sportlich-entspanntes Wochenende.

Herzlichst, mathias

Training bisher in dieser Woche (KW35):
- Montag: gut, anderes Thema
- Dienstag: 78 KM Rad, 2:36 Stunden, 30,3er Schnitt (flach)
- Mittwoche: 25 KM Lauf, 2:02 Stunden,
- Donnerstag: 73 KM Rad, 2:26 Stunden, 29,7er Schnitt (flach, flach, alles flach)
- Freitag: vorraussichtlich 45 Minuten Laktatstufentest

Kommentare und Trackbacks

Es wurden bisher keine Kommentare abgegeben. Kommentieren?

Kommentar zum Artikel eingeben


Preview:

Trackback URL von "Dicke Beine"

Adresse per Rechtsklick kopieren und zum trackbacken in Ihrer Blogsoftware verwenden.

Artikel versenden


: