Samstag, 08.10.2005

Der Alii-Drive brennt

Das ist es, das Ironman-Hawaii-Flair. Auf dem Alii-Drive, der rund zehn Kilometer langen Küstenstraße, deren eines Ende am 15. Oktober die Zielgerade bildet, sieht man zu allen Zeiten und auf allen Abschnitten Triathleten. Meist radeln und laufen sie in einem Tempo, dass Lars und mir fast schwindelig wird. Keine Ahnung, wie sie das machen, aber sie machen es. Meine Hoffnung ist allein, dass sie im Wettkampf nicht so schnell sind wie im Training.



Zeremonienmeister Hannes und Lars vor der Abfahrt

Wir haben es dagegen heute Morgen ganz gemütlich angehen lassen. Vor dem Haus von Hannes-Hawaii-Tours trafen wir uns gegen 9 Uhr mit 40 anderen Athleten zur gemütlichen Radausfahrt. Ziel war die Kealekakua-Bay, rund 40 Kilometer entfernt. Diese erreichten wir über die sehr schöne Kona-Coffee-Road, weit oberhalb der Küstenstraßen.



Radtreff vor dem Haus von Hannes-Hawaii-Tours


In der Kealekakua-Bay ist 1778 Captain James Cook bei seiner Entdeckung Hawaiis erstmals angelandet. Aus diesem Grund errichteten ihm Landsleute um 1880 an einem Ende der Bucht ein Denkmal. Dieses war, nach unserer Ankunft am gegenüberliegenden Ende der Bucht, unser Ziel. Dies bedeutete für uns 1600 Meter schwimmen - oneway. Macht hin und zurück 3200 Meter. Puh. So weit bin ich während meiner ganzen Vorbereitung nicht geschwommen.

Geklappt hat es trotzdem. Highlight bei dieser Expedition waren die rund 10 Delphine, die hundert Meter entfernt von uns schwammen. Leider konnte ich nur die Rückenflossen von ihnen sehen. (Hoffentlich waren es auch tatsächlich Delphine, deren Flossen ich sah)

Zweimal wurde ich gar hautnah von einem extrem schnellen Säuger überholt. Bei genauem Hinsehen, stellte sich jedoch heraus, dass es kein Fisch, sondern Stephan Vukowicz, Olympia-Zweiter von Sydney, war, der an mir vorbeischoss.



Silber trifft Blech: Vuko (r.) und ich beim Plausch

Nach dem Schwimmen fiel mir der 40-Kilometer-Rückweg recht schwer, zugegebener Maßen. Zu Hause war also erst mal eine Stunde Müßiggang (Beine rasieren, BudLight-Trinken, Lesen) angesagt. Anschließend haben wir einen halben Monatslohn im Supermarkt gelassen. Die Lebensmittel sind hier einfach (schweine) teuer.

Auch im Shopping-Center trifft man hier in diesen Tagen auf Top-Triathleten. Nicole und Lothar Leder standen an der Kasse direkt hinter uns. Leider bin ich aber wohl nur im Supermarkt schneller als die Beiden. Auf dem Rückweg zum Hotel überholten wir dann zuerst unseren Kumpel Michael (Nationaltrainer der Dänen) und wenige Meter darauf den Vorjahressieger Normann Stadler. Wie gesagt, der Alii-Drive brennt. Prominenz aller Orten.

Aber nicht nur der Alii-Drive brennt hier auf Hawaii. Auch unsere Küche, und beinahe das ganze Hotel. Lars hatte das Bratfett unter dem Pfannendeckel anscheinend zu heiß werden lassen, so dass, als er den Deckel anhob, mit einem Male eine ein Meter hohe Flamme empor schoss. Von seinem hektischen Schrei aufgescheucht rannte ich sogleich los, um ihm zur Hilfe zu eilen. Und es ist noch einmal gut gegangen.

Während ich hier bei Hannes-Hawaii-Tours sitze und diese Zeilen schreibe, lüftet unsere Bude hoffentlich so weit aus, dass wir in zwei Stunden wieder hinein können.

Apropos brennen: Soll nur niemand auf die Idee kommen und eine Stunde lang im Salzwasser schwimmen, ohne seine Achseln mit Vaseline eingerieben zu haben. Dies habe ich nämlich heute getan, womit der dritte Brennpunkt feststeht.

Morgen soll es dann nur noch im Volcano-Nationalpark brennen. Wir wollen nach dem Frühtraining (Schwimmen und Laufen) einen Ausflug machen. Davon dann mehr in rund 24 Stunden.

Herzlichst, mathias

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