Wo geht's lang?
Hawaii heißt nicht nur das gesamte Insel-Archipel, sondern eben auch das Eiland auf dem der Ironman ausgetragen wird.
Im Volksmund hat sich der Name Big Island eingebürgert. Das hat seinen Grund. Mit rund 10450 Quadratkilometer Fläche
ist Big Island größer als die anderen Inseln des Archipels zusammen. Big Island, deren Erscheinungsbild von
den beiden Bergen Mauna Kea (4209 Meter ü. nn) und Mauna Loa (4170 Meter ü. nn) geprägt wird, ist die vielseitigste
Insel Hawaiis. Hier gibt es Weideland, Lavawüsten, Tropenwälder, Berge und Strände. Der Ironman wird in
Kailua-Kona, an der Westküste der Insel gestartet. Die Stadt ist das touristische Zentrum der Insel.
Hier leben die Menschen von den Gästen die täglich von Kreuzfahrtschiffen angelandet werden – und,
im Oktober, von den Ironman-Teilnehmern und ihren Begleitungen.
Die Schwimmstrecke
Gestartet wird der Ironman-Hawaii in der Bucht von Kailua-Kona. Über den winzigen Strand direkt neben der
Kaimauer und dem Zielbogen, gelangen die Teilnehmer ins Wasser. Die Startlinie selbst ist rund einhundert
Meter weiter im Meer platziert. Nach dem Startschuss, ausgelöst von einer alten Kanone, schwimmen die Triathleten
parallel zur Küste nach Süden. Die Profis bekommen meist ein wenig Vorsprung (als ob sie das nötig hätten).
Geschwommen wird auf einem Wendepunktkurs. Bei der Hälfte der Strecke angekommen, liegen meist zwei Schiffe
vor Anker, auf denen gut zahlende Gäste oder VIPs die Schwimmer aus der Nähe beobachten können. Wieder am
Pier angelangt klettern die Athleten aus dem Wasser, laufen unter Süßwasserduschen hindurch zu ihren
Kleiderbeuteln, dann in ein Umkleidezelt und zu ihren Rädern.
Die Radstrecke
Die ersten rund 15 Kilometer werden innerhalb der Stadtgrenzen absolviert. Dann geht es hinaus auf den
Queen Kaahumanu Highway Richtung Norden. Die ersten 60 Kilometer führen die Triathleten auf der welligen
Straße durch die berüchtigten heißen Lavafelder. Dann beginnt der Anstieg nach Hawi im Norden der Insel,
wo es neben der Straße immer grüner wird. In Hawi selbst ist der Wendepunkt. Nun geht es zwar die nächsten
knapp 30 Kilometer bergab. Entspanntes "Laufenlassen" ist jedoch nicht angesagt, eher schon volle Konzentration.
Ein tückischer Seitenwind kann die Sportler dazu zwingen, die Bremsen zu betätigen. Wieder auf dem Queen K. Highway
angelangt, heißt es dann in den Lavafeldern die Konzentration aufrecht zu erhalten und die Kräfte richtig
einzuteilen. Wer schnell genug ist kann hier vielleicht mit Rückenwind fahren. Die Langsamen kann hier
indes das Leben bestrafen. Die berüchtigten Mumuku-Winde können am Mittag drehen. Denjenigen, die
davon betroffen sind, erscheint der Rückweg nach Kailua-Kona ein elender Kampf zu sein.
Die Laufstrecke
Zu Beginn des Marathons müssen die Triathleten erst einmal ein Stück die steile Palani Road hinauf.
Dann geht es im Groben auf dem Alii Drive nach Süden bis zum ersten Wendepunkt an der kleinen Kapelle
nahe beim Keauhou Beach. Wieder zurück im Stadtzentrum geht es die Palani Road steil bergauf bis zum
Queen K. Highway. Die breite, nicht enden wollende Straße führt die Athleten bis zur Kreuzung des Natural
Energy Labs. Die rund zwei Kilometer bis zum Wendepunkt sind für die meisten Triathleten der psychologische
Knackpunkt. Im Lab, direkt unten am Meer, scheint die heiße Luft zu stehen, und die weiter vorn laufenden
Konkurrenten verschwimmen in der flimmernden heißen Luft über dem Asphalt. Aus dem Energy Lab wieder heraus,
gilt nur noch eins: Augen zu und durch, bis in der Stadt am Pier, die Glücksgefühle alle erlittenen
Qualen vergessen machen.